Jellyfin Medienserver Self Hosted Anleitung
Jellyfin: Medienserver selbst hosten (Plex-Alternative)
Jellyfin ist der freie, quelloffene Medienserver, mit dem Sie Filme, Serien, Musik und Fotos auf jedem Gerät streamen – komplett unter eigener Kontrolle. Im Gegensatz zu Plex gibt es keine Konten-Pflicht, keine Paywall und keine Datenweitergabe. Diese Anleitung zeigt Installation per Docker und die ersten Schritte.
Was ist Jellyfin?
Jellyfin ist eine kostenlose Open-Source-Software, die Ihre Mediensammlung organisiert und über das Heimnetz oder Internet streambar macht. Clients gibt es für Browser, Smart-TV, Smartphone, Fire TV, Android TV und mehr. Alles läuft auf Ihrem eigenen Server – keine Cloud, kein Abo.
Jellyfin vs. Plex
| Kriterium | Jellyfin | Plex |
|---|---|---|
| Kosten | Komplett kostenlos | Teils kostenpflichtig (Plex Pass) |
| Konto-Pflicht | Nein | Ja (Plex-Konto) |
| Datenschutz | Volle Kontrolle, keine Telemetrie | Cloud-Konto, Telemetrie |
| Open Source | Ja | Nein |
Voraussetzungen
- Ein Server, NAS oder Mini-PC (auch ein Raspberry Pi reicht für einfache Fälle)
- Docker installiert
- Genügend Speicher für Ihre Mediensammlung
- Für Transcoding: möglichst eine GPU oder potente CPU
Installation per Docker Compose
services:
jellyfin:
image: jellyfin/jellyfin
container_name: jellyfin
restart: unless-stopped
ports:
- "8096:8096"
volumes:
- ./config:/config
- ./cache:/cache
- /pfad/zu/medien:/media
# Für Hardware-Transcoding (Intel QSV) optional:
# devices:
# - /dev/dri:/dev/dri
docker compose up -d
Anschließend ist Jellyfin unter http://SERVER-IP:8096 erreichbar. Beim ersten Aufruf führt ein Assistent durch die Einrichtung.
Ersteinrichtung
- Admin-Konto anlegen.
- Medienbibliotheken hinzufügen (Filme, Serien, Musik) und auf die gemounteten Ordner zeigen.
- Metadaten automatisch abrufen lassen (Cover, Beschreibungen).
- Nutzer für Familie/Mitbewohner mit eigenen Rechten anlegen.
- Clients installieren und mit dem Server verbinden.
Sicherer Zugriff von unterwegs
Stellen Sie Jellyfin nicht ungeschützt ins Internet. Sicherer ist der Zugriff über:
- Reverse Proxy mit HTTPS (Nginx, Caddy oder Traefik) und starkem Passwort
- VPN (z. B. WireGuard) für den privaten Zugriff
- Firewall, die nur nötige Ports freigibt
Hardware-Transcoding
Wenn Clients ein Format nicht direkt abspielen können, wandelt Jellyfin den Stream live um (Transcoding). Das ist CPU-intensiv – mit Hardware-Beschleunigung (Intel Quick Sync, NVIDIA NVENC) läuft es deutlich flüssiger und stromsparender. Aktivieren Sie es in den Server-Einstellungen unter „Wiedergabe".
Fazit
Jellyfin ist die ideale Lösung für alle, die ihre Mediensammlung frei, kostenlos und datenschutzfreundlich streamen wollen – ohne Abo und ohne Konto-Zwang. Die Installation per Docker ist schnell erledigt, die Bedienung komfortabel. Achten Sie auf sauberes Dateinaming, sicheren Fernzugriff per Reverse Proxy oder VPN und – bei Bedarf – Hardware-Transcoding für reibungsloses Streaming.