Was ist eigentlich ein Server? | Enjyn Gruppe
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Server Grundlagen Erklärung

Zuletzt aktualisiert: 22.02.2026 um 11:46 Uhr

Was ist eigentlich ein Server?

Ein Server ist im Grunde ein Computer, der rund um die Uhr läuft und Dienste für andere Computer (sogenannte Clients) bereitstellt. Wenn du eine Website besuchst, eine E-Mail verschickst oder eine Datei aus der Cloud herunterlädst, kommuniziert dein Gerät im Hintergrund mit einem Server. In diesem Artikel erklären wir dir die verschiedenen Server-Typen und Technologien – von Dedicated Servern über Virtualisierung bis hin zu Container-Lösungen.

Server – das Fundament des Internets

Stell dir einen Server wie einen besonders leistungsfähigen Computer vor, der in einem Rechenzentrum steht. Er hat keine Tastatur, keinen Bildschirm und keine Maus – stattdessen wird er aus der Ferne über das Netzwerk gesteuert. Seine Aufgabe: Anfragen von Nutzern entgegennehmen und beantworten. Das kann das Ausliefern einer Website sein, das Speichern von Dateien oder das Versenden von E-Mails.

💡 Tipp: Wenn du eine Website betreibst, läuft diese auf einem Server. Je nach Größe und Anforderung gibt es verschiedene Server-Typen, die sich in Leistung, Flexibilität und Preis unterscheiden.

Dedicated Server (Dedizierter Server)

Ein Dedicated Server ist ein physischer Server, der dir allein gehört. Du mietest die komplette Hardware – Prozessor, Arbeitsspeicher, Festplatten und Netzwerkanbindung – und teilst sie mit niemandem. Das ist vergleichbar mit einem eigenen Haus: Du hast volle Kontrolle, aber auch die volle Verantwortung.

Vorteile

  • Maximale Leistung: Alle Ressourcen stehen dir allein zur Verfügung
  • Volle Kontrolle: Du kannst das Betriebssystem, die Software und die Konfiguration frei wählen
  • Sicherheit: Keine anderen Nutzer auf derselben Hardware
  • Ideal für: Große Websites, Gameserver, ressourcenintensive Anwendungen

Nachteile

  • Höhere Kosten als virtuelle Server
  • Hardware-Ausfälle betreffen den gesamten Server
  • Skalierung erfordert neue Hardware

Virtualisierung – Ein Server, viele Maschinen

Virtualisierung ist eine Technologie, die es ermöglicht, auf einem einzigen physischen Server mehrere virtuelle Server laufen zu lassen. Jeder virtuelle Server verhält sich wie ein eigenständiger Computer mit eigenem Betriebssystem. Stell dir das wie ein Mehrfamilienhaus vor: Ein Gebäude, aber jede Wohnung ist eigenständig.

KVM (Kernel-based Virtual Machine)

KVM ist eine Virtualisierungstechnologie, die direkt in den Linux-Kernel integriert ist. Sie erzeugt sogenannte virtuelle Maschinen (VMs), die sich wie eigenständige, vollwertige Computer verhalten. Jede VM bekommt eigene virtuelle Hardware zugewiesen – eigene CPU-Kerne, eigenen RAM und eigene Festplatten.

Wie funktioniert KVM?

KVM nutzt die Hardware-Virtualisierungsfunktionen moderner Prozessoren (Intel VT-x oder AMD-V). Ein sogenannter Hypervisor – das ist eine Software-Schicht – verwaltet die virtuellen Maschinen und teilt die physische Hardware unter ihnen auf. Jede VM läuft dabei komplett isoliert von den anderen.

Vorteile von KVM

  • Volle Isolation: Jede VM hat einen eigenen Kernel – ein Absturz betrifft nur diese VM
  • Betriebssystem-Freiheit: Du kannst Linux, Windows oder andere Systeme installieren
  • Dedizierte Ressourcen: RAM und CPU werden fest zugewiesen
  • Sicherheit: Hohe Isolation zwischen den einzelnen VMs
ℹ️ Info: KVM-Server sind die häufigste Wahl für VPS (Virtual Private Server) bei Hosting-Anbietern. Wenn du einen "VPS" mietest, ist es meistens eine KVM-basierte virtuelle Maschine.

LXC (Linux Containers)

LXC steht für Linux Containers und ist eine leichtgewichtige Alternative zur vollständigen Virtualisierung. Statt eine komplette virtuelle Maschine mit eigenem Betriebssystem-Kern zu erstellen, teilen sich LXC-Container den Kernel des Host-Systems. Das macht sie deutlich schneller und ressourcenschonender.

Der Unterschied zu KVM

Stell dir KVM wie separate Wohnungen mit eigener Heizung, eigenem Strom und eigener Wasserversorgung vor. LXC-Container hingegen sind eher wie Zimmer in einer WG: Sie teilen sich die Infrastruktur (den Kernel), haben aber trotzdem eigene, abgeschlossene Bereiche.

Eigenschaft KVM (Virtuelle Maschine) LXC (Container)
Eigener Kernel Ja Nein (teilt Host-Kernel)
Betriebssysteme Linux, Windows, BSD etc. Nur Linux
Ressourcenverbrauch Höher Sehr gering
Startzeit Sekunden bis Minuten Wenige Sekunden
Isolation Sehr hoch Gut, aber geringer als KVM
Performance Gut (leichter Overhead) Nahezu nativ

Vorteile von LXC

  • Extrem schnell: Nahezu native Performance ohne Virtualisierungs-Overhead
  • Ressourcenschonend: Weniger RAM- und CPU-Verbrauch als VMs
  • Schneller Start: Container starten in Sekunden
  • Ideal für: Webserver, Datenbanken, Microservices und Testumgebungen

Proxmox VE (Virtual Environment)

Proxmox VE ist eine kostenlose, Open-Source-Plattform zur Server-Virtualisierung. Das Besondere daran: Proxmox vereint KVM und LXC unter einer einzigen, benutzerfreundlichen Web-Oberfläche. Du kannst also sowohl vollwertige virtuelle Maschinen als auch leichtgewichtige Container auf demselben Server verwalten.

Was macht Proxmox so beliebt?

  • Web-Oberfläche: Alles lässt sich bequem über den Browser steuern – keine Kommandozeile nötig
  • KVM + LXC: Beide Virtualisierungsarten in einem System
  • Cluster-Fähigkeit: Mehrere Proxmox-Server können zu einem Cluster zusammengeschlossen werden
  • Backup & Snapshots: Eingebaute Backup-Lösung für VMs und Container
  • Kostenlos: Die Grundversion ist vollständig kostenlos nutzbar
  • Live-Migration: VMs können im laufenden Betrieb auf einen anderen Server verschoben werden
💡 Tipp: Proxmox ist die perfekte Wahl für Einsteiger und Fortgeschrittene, die ihren eigenen Dedicated Server effizient aufteilen möchten. Du installierst Proxmox auf dem Server und erstellst dann so viele VMs und Container, wie die Hardware hergibt.

VMware (vSphere / ESXi)

VMware ist der Marktführer im Bereich Enterprise-Virtualisierung. VMware ESXi ist ein sogenannter Bare-Metal-Hypervisor – er wird direkt auf der Hardware installiert (ohne ein darunterliegendes Betriebssystem) und verwaltet die virtuellen Maschinen. Die Verwaltung erfolgt über vCenter Server, eine zentrale Management-Plattform.

Proxmox vs. VMware – der Vergleich

Eigenschaft Proxmox VE VMware ESXi
Preis Kostenlos (Open Source) Kostenpflichtig (Lizenzmodell)
Zielgruppe KMU, Homelab, Entwickler Große Unternehmen, Enterprise
Container-Support Ja (LXC integriert) Nein (nur über Umwege)
Web-Oberfläche Ja (kostenlos) Ja (vCenter, kostenpflichtig)
Community Große Open-Source-Community Kommerzieller Support
Lernkurve Moderat Steil (komplexeres Ökosystem)

Welcher Server-Typ ist der richtige für mich?

Kleine Website oder Blog
Ein einfacher VPS (KVM) reicht völlig aus. Günstig, flexibel und leicht zu verwalten.
Mehrere Webprojekte
Ein Dedicated Server mit Proxmox und mehreren LXC-Containern – jedes Projekt in seinem eigenen Container.
Gameserver oder rechenintensive Anwendung
Ein Dedicated Server mit viel RAM und schnellen CPUs, eventuell mit KVM-VMs für Trennung.
Unternehmensumgebung
VMware oder Proxmox Cluster mit mehreren Servern für Hochverfügbarkeit.
Entwicklung und Testing
LXC-Container auf Proxmox – schnell erstellbar und wieder löschbar.

Zusammenfassung

ℹ️ Auf den Punkt gebracht: Ein Dedicated Server ist die physische Hardware. KVM und LXC sind Technologien, um diese Hardware aufzuteilen. Proxmox und VMware sind Plattformen, die diese Technologien verwalten. Für die meisten Einsteiger ist ein KVM-VPS oder ein Proxmox-Server die beste Wahl.

Weitere Hilfe

Du hast noch Fragen zu Servern oder brauchst Hilfe bei der Auswahl? Kontaktiere uns gerne – wir beraten dich, welche Lösung am besten zu deinem Projekt passt.

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